Kurzer Rückblick auf den BPT 2011.1 in Heidenheim

Posted on 17. Mai 2011

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Am vergangenen Wochenende trafen sich die Piraten zum ersten Bundesparteitag des Jahres 2011 im schönen Heidenheim an der Brenz. „zum ersten“, weil es dieses Jahr noch einen zweiten, programmatischen Bundesparteitag geben wird. Dieses Mal standen im wesentlichen nur die Wahlen zum neuen Vorstand und zum Bundesschiedsgericht und ein Paar wenige damit zusammenhängende Satzungsänderungen an.

Nun werden sich möglicherweise, wie auch nach dem BPT 2010.1 in Bingen einige Fragen, wieso wir für solchen „Kleinkram“ ganze zwei Tage brauchen, während andere Parteien das vergleichsweise fix abhaken können. Eine kurze und knappe Antwort darauf wäre „Weil wir das genau so wollen.“. Diese Wahlen sind keine Abnick-Veranstaltungen, bei denen einzelne bereits vorher beschlossene „Kandidaten“ nur noch mit „Wahlergebnissen“, wie man sie sonst nur aus totalitären Staaten kennt, einfach bestätigt werden. Statt dessen haben wir es gerne auch mal mit einer zweistelligen Anzahl von Kandidaten zu tun, die sich rechtfertigen und dem Parteitag Rede und Antwort stehen müssen.

Sehr schön sehen konnte man diesen Unterschied im direkten Vergleich mit dem zeitgleich stattfindenden Bundesparteitag der FDP. Die Wahl Herrn Röslers zum Vorsitzenden war eine schnell abgehakte Formalität, deren Ergebnis quasi schon vorher feststand. Währenddessen entbrannte im Heidenheimer Congress Centrum ein hitzig und teilweise recht laut geführter Verbalkampf zwischen Unterstützern der beiden aussichtsreichen Kandidaten für das Amt des ersten Vorsitzenden der Piraten und bis zur Verkündung des Wahlergebnisses war alles offen. Letztlich entschied Sebastian Nerz die Wahl mit 60,6% der Stimmen für sich.

Dieses Ergebnis blieb intern nicht unkritisiert, da einige für Pirat Nerz (Baden-Württemberger) bei einem in Heidenheim (Baden-Württemberg) stattfindenden BPT einen gewissen „Heimvorteil“ sahen. Mancher vermutete, bei einem BPT in Berlin (Christopher Lauer, aussichtsreichster Gegenkandidat, ist Berliner) hätte das Ergebnis genau umgekehrt ausgesehen, und begann schon bisher verpönte Delegierten-Systeme sympatisch zu finden. Doch gewählt ist gewählt und dass es eine echt demokratische Wahl war kann eigentlich nicht bestritten werden.

Insgesamt besteht der neue Vorstand aus 7 Mitgliedern. Davon habe ich genau zwei auch tatsächlich selbst gewählt. All meine anderen Wunschkandidaten unterlagen mal mehr, mal weniger stark. Dennoch kann ich den neuen Vorstand akzeptieren. Er ist durch und durch demokratisch legitimiert und bei den Vorstandsmitgliedern, die nun alles andere als meine Wunschkandidaten waren, lasse ich mich gerne belehren, mich geirrt zu haben. Ich denke durchaus, dass dieser Vorstand fähig und willens ist, gute Arbeit zu leisten. Ob er es auch tut, wird sich zeigen und darum mache ich mir doch jetzt noch keinen Kopf.

Dieser Parteitag gilt wohl zurecht vielerseits als unser bisher „erwachsenster“ und professionellster. Alles in allem liefen auch die Kandidaten-Vorstellungen trotz einiger Hitzigkeiten recht diszipliniert ab. Das Heidenheimer Congress Centrum war ein hervorragender Ort für diese Veranstaltung und das Orga-Team hat gute Arbeit geleistet. Schon dafür hat sich meines Erachtens die lange Anreise gelohnt.

Aber natürlich auch für das sonstige Drumherum.

Bei Parteitagen werden Kontakte geknüpft und Bekanntschaften geschlossen und aufgefrischt. So manchen, den man sonst nur online kennt kann man auf diese Weise endlich mal persönlich kennen lernen. Ich habe nicht alle getroffen, die ich gerne getroffen hätte und manche auch nur recht kurz und vor allem gegen Ende des zweiten Tages auch schon recht müde und verpeilt. Aber lohnenswert und erfolgreich war es auch in dieser Hinsicht allemal.

Eine Aufgabe des neuen Vorstandes steht bereits fest: Termin und Ort für einen weiteren Bundesparteitag noch in diesem Jahr zu finden. Ich hoffe, auch dann wieder dabei sein zu können.

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Posted in: Piraten