Nach links gehen, um rechts raus zu kommen

Posted on 27. April 2011

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Ich habe ja so meine Schwierigkeiten mit diesem unsinnigen Links-Rechts-Spektrum und gerade auch mit der ziemlich weit verbreiteten Ansicht „Je rechter desto böse und je linker desto besserererer.“. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die beiden Seiten spätestens in ihren extremen und extremistischen Formen für mich ununterscheidbar sind. Vielleicht ist das ja eine Art Farbenblindheit, durch die ich daran scheitere, dass Rot und Braun im Farbspektrum so nahe beieinander liegen.

Offenbar bin ich nicht der einzige, den das stark verwirrt. Auch die aktuell populärsten Vertreter des linken Spektrums scheinen sich nicht so ganz klar zu sein, wo sie denn nun eigentlich stehen wollen. Über Twitter wurde ich heute auf einen Link gestoßen, der auf ein PDF auf den Servern des Duisburger Kreisverbandes der Partei Die Linke verweist:

http://www.die-linke-duisburg.de/fileadmin/kvduisburg/Bilder/flugblatt_01.pdf

Nachtrag:

Nach zahlreichen Berichten und mindestens einer Strafanzeige haben die Duisburger Linken das PDF von ihren Servern gelöscht. Ich werde es hier nicht veröffentlichen aber zwecks Nachvollziehbarkeit der Kritik ein Paar beispielhafte Zitate aus dem mit einem Davidsstern mit Hakenkreuz geschmückten Dokument:

Damit ist der atomaren Erpressung der ganzen Welt durch radikale Zionisten Tür und Tor geöffnet.“

„Jeder, der israelische Produkte kauft, kauft potentielles Diebesgut!“

„Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen! W a h rh e i t ma ch t F rei !“ (sic)

Des weiteren Verweise auf eine Seite, die Antisemitismus als Konsequenz jüdischen Verhaltens darstellt, ein Dokument zur Holocaustleugnung und mehrere Seiten mit Boykottaufrufen.

Nun gibt es jede Menge berechtigter Kritik an der Politik des Staates Israel, die teilweise recht schwer vorzubringen ist, ohne dass gleich die Antisemitismus-Keule geschwungen wird. Andererseits gibt es ebenso „Kritik“, die, wie im vorliegenden Fall, vor Antisemitismus nur so trieft. Und damit nicht genug verweist das Dokument mit der Parole „Wahrheit macht frei!“ auf ein weiteres Dokument, das sich ganz und gar der Holocaust-Leugnung widmet.

Zurecht wurde angemerkt, dass aus dem Flugblatt nicht ersichtlich sei, dass es es tatsächlich von Die Linke stamme. Stimmt. Das tut es möglicherweise nicht, muss es aber auch gar nicht. Aber es liegt als Flugblatt zum Ausdrucken, Kopieren und Verteilen auf deren Servern. Es passt ja auch wunderbar zur sonstigen „Israel-Kritik“ der Linken, die zuletzt unter anderem darin gipfelte, dass Bremer Linke vor Supermärkten dafür demonstrierten, nicht bei Juden keine israelischen Produkte zu kaufen.

Tja, wenn man weit genug nach links geht, kommt man irgendwann ganz rechts wieder raus.

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Posted in: Politik