Zur jüngsten Merkwürdigkeit Frau Merkels

Posted on 21. Juli 2010

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Das Internet ist eine tolle Sache. Gerade auch, was die Verbreitung von Informationen und Nachrichten angeht. Nie ging dies schneller und nachhaltiger, als im und mit dem Internet. Es hat den „klassischen“ Medien wie Zeitungen oder dem etwas schnelleren Rundfunk gegenüber so manches mal einen Vorsprung nicht von Stunden, sondern gar von Tagen.

Ideale Vorrausssetzungen, auf dem Laufenden zu sein, informiert zu sein, sich mit aktuellen Geschehnissen auszukennen. Auch ideale Voraussetzungen, Neuigkeiten in die Welt zu lassen, Informationen zu jenen zu tragen, die sie betreffen. Was kann man sich mehr wünschen für die Mündigkeit und Entscheidungsfähigkeit der Menschen? Man sollte meinen, gerade auch für die Politik sei das ein bemerkenswerter Vorteil.

Frau Merkel sieht das jedoch ganz anders, wie sie laut Heise-Meldung der BUNTE mitteilte. Viel schwerer sei ja alles dadurch geworden, klagt sie, begleitet von der Erkenntnis, dass die Menschen da draußen ja gar keine einheitliche Masse, sondern grundverschieden seien.

Is aber auch wirklich schlimm mit diesem Internet. Das lässt sich so wahnsinnig viel schwerer unter Kontrolle halten, als man es gewohnt ist. Von parteinahen Zeitungen hört man nicht selten. Aber von parteinahen Netzbereichen naturgemäß eher nicht. Das Internet hat auch keine Kontrollräte, Ausschüsse und Gremien, in denen man Parteigefährten geschickt platzieren könnte.

Dabei hab ich sogar ein klein wenig Verständnis für Frau Merkels Klagen. Auch für die Piraten wäre sicherlich so manches einfacher, wenn das Netz und der Informationsfluss kontrollierbarer wäre. So manche Aktion könnte stärkere Wirkung entfalten, wenn sie nicht zu früh schon öffentlich würde. So manches Geheimnis und so mancher peinliche Patzer wäre sicher unter irgendeinem Teppich aufgehoben.

Aber wissen sie, Frau Merkel: das wollen wir gar nicht. Das ist genau so, wie es ist, gut und richtig.

Und im Gegensatz zu Ihren Äußerungen ist es nicht die Demokratie, die lernen muss, damit umzugehen. Im Gegenteil: für die Demokratie ist das geradezu paradiesisch. Vielmehr müssen Sie selbst lernen, damit umzugehen. Sie, ihre Parteigefährten und auch sehr viele ihrer Kollegen aus den anderen etablierten Parteien.

Wenn sie dabei Schwierigkeiten haben: wir helfen gerne. Sie wissen, wo sie uns finden.

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