Astronomie an Schulen

Posted on 12. Juli 2009

1



Florian Freistetter macht in seinem Astronomie-Blog Astrodicticum simplex auf einen offenen Brief an Bund und Länder aufmerksam, in dem die Einführung eines bundesweiten schulischen Astronomieunterrichts gefordert wird. Der Brief ist eine Initiative von ProAstro-Sachsen und und trägt den schönen Titel „Warum die Astronomie in drei Bundesländern seit 1959 Pflichtfach ist und warum sie es bundesweit werden sollte“. ProAstro-Sachsen führt darin eine Vielzahl von sehr guten Gründen an, die für eine solche Einführung sprechen.

Obwohl ich selbst bestenfalls als interessierter Astronomie-Laie bezeichnet werden kann, halte ich dies für eine unterstützenswerte Aktion, die eine breite Aufmerksamkeit verdient. Ein ausgeprägtes astronomisches Basiswissen ist Grundwissen, über das jeder verfügen sollte. Einer der für mich wichtigsten Gründe dafür, kommt in dem offenen Brief nur ganz am Rande zur Sprache: Astrologie.

Dass dieser Grund recht kurz kommt kann und darf man den Verfassern und Initiatoren nicht übel nehmen. Ein solcher Brief ist nicht der geeignete Platz, um ausführlich etwas anzugreifen, das bedauerlicherweise immer noch viele Menschen irrtümlich als etwas „wissenschaftsartiges“ betrachten. Hier möchte ich jedoch kurz darauf eingehen.

Astrologie ist keine Wissenschaft. Diese in manchen Augen womöglich hart erscheinenden Worte, erlaube ich mir hier ohne Bedenken. Sie ist den Pseudo- oder Parawissenschaften zuzurechnen und tatsächlich gibt es keinerlei Belege, dass mit Hilfe der Astrologie fundierte Aussagen möglich wären, oder auch nur gute Gründe,  diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Eine sehr schöne Darstellung der Astrologie durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), kann man hier nachlesen. Wer es ausführlicher mag, dem sei Wikipedia ans Herz gelegt.

Dennoch vertrauen viele Menschen auch heute noch auf die Aussagen der Astrologie oder neigen sogar dazu, Astronomie und Astrologie miteinander zu verwechseln oder in einen Topf zu werfen. Viele Astrologen werben damit, dass sich sogar Manager, Firmenvorstände oder gar Politiker und Staatsoberhäupter nach den Vorhersagen der Astrologie richten. Sofern man solchen Aussagen glauben schenken darf, halte ich dies für äußerst problematisch. Schon die bloße Möglichkeit betrachte ich persönlich als bedenklich.

Hier ist eine breite Aufklärung nötig um die unwissenschaftlichen und fragwürdigen Aussagen und Angebote der Astrologie hinterfragen und kritisch bewerten zu können. Eine solche Aufklärung kann aber nur auf der Basis entsprechenden wissenschaftlichen Grundwissens erfolgen. Dabei steht die Astronomie an vorderster Stelle.

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels hat der offene Brief bereits 160 Unterzeichner aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen und verschiedenen Bereichen des Bildungswesens.

Advertisements